Hertener Löwen 2 – CSG Bulmke 67:70 (2OT) – (21:12, 16:15, 16:12, 5:19, 7:7, 2:5)
Die 1. Herrenmannschaft der CSG Bulmke bleibt auch nach dem zweiten Spieltag ungeschlagen. Bei den Hertener Löwen 2 setzte sich die Mannschaft nach einer starken Aufholjagd und zwei Verlängerungen mit 70:67 durch. Dabei sah es lange Zeit überhaupt nicht nach einem Bulmker Erfolg aus.
Bulmke musste erneut mit einer angespannten Personalsituation zurechtkommen. Leider bestätigten sich im Laufe der Woche die Befürchtungen hinsichtlich der schweren Verletzung von Niven Güngör. Er wird den Bulmkern länger fehlen und vermutlich in der gesamten Saison nicht mehr zur Verfügung stehen. Darüber hinaus fehlten mit Johann Rockel, Stefan Szafranski, Jan Schleicher und Daniel Vordonarakis vier weitere wichtige Spieler.
Coach Szafranski war somit erneut gezwungen umzustellen und die Starting Five zu verändern. Neben den etatmäßigen Startern Dominic Nienaber, Levin Ince und Deniz Oguz rückten Joris Hill und Hendrik Ohlig in die erste Fünf.

Die Bulmker fanden jedoch nur schwer in die Partie. Gegen die Zonenverteidigung der Hertener fehlte zunächst die nötige Geduld und auch von der Bank gelang es zunächst nicht, mehr Ruhe ins Spiel zu bringen. Zudem leistete sich die CSG zahlreiche haarsträubende Ballverluste. Auch defensiv waren die Bulmker immer wieder einen Schritt zu spät. Individuelle Fehler und Unaufmerksamkeiten ermöglichten den Gastgebern zahlreiche einfache Punkte.
So ging nicht nur das erste Viertel mit 21:12 an Herten, auch im zweiten Abschnitt stellte sich nur bedingt Besserung ein. Zwar agierten die Gäste ergebnistechnisch nun nahezu auf Augenhöhe, dennoch ging auch dieses Viertel knapp verloren. Zur Halbzeit lag Bulmke mit 27:37 zurück.
Nach der Pause änderte sich zunächst wenig. Während die CSG offensiv weiterhin nach Lösungen gegen die Zone suchte, baute Herten seinen Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf 15 Punkte aus. Nach drei Vierteln stand es aus Bulmker Sicht 39:53. Die erste Saisonniederlage schien zu diesem Zeitpunkt deutlich näher als ein Comeback.
Im Schlussviertel veränderte sich das Spiel dann jedoch komplett. Defensiv agierte die CSG nun wesentlich konsequenter, während Herten zunehmend müde wurde und zusätzlich durch Foulprobleme wichtiger Spieler geschwächt war. Gleichzeitig spielte Bulmke gegen die Zone endlich mit mehr Ruhe und besserem Spacing. Statt hektischer Aktionen wurde der Ball geduldiger bewegt und zunehmend der Weg über die großen Spieler gesucht.
Vor allem Dominic Nienaber war von den Gastgebern nun kaum noch zu kontrollieren. Er zeigte mit 27 Punkten und 19 Rebounds eine überragende Leistung. Gemeinsam mit Hendrik Ohlig nutzte er die Räume unter dem Korb, während Deniz Oguz, Endrit Krasniqi und Jan Schlüter im Backcourt zunehmend für Ordnung sorgten. Angeführt von einer nun stärkeren Defensive kämpfte sich Bulmke Punkt für Punkt zurück. Herten gelangen im gesamten vierten Viertel lediglich fünf Punkte, während die CSG 19 erzielte. Aus einem 39:53 wurde ein 58:58 – Verlängerung.
Auch dort blieb die Partie ein Krimi. Nach Fehlwürfen und unnötigen Ballverlusten geriet Bulmke erneut mit vier Punkten in Rückstand, kämpfte sich aber einmal mehr zurück und erzwang beim Stand von 65:65 eine zweite Verlängerung. In dieser behielten die Bulmker schließlich die Nerven und sicherten sich mit 70:67 den zweiten Saisonsieg.
Eine schwache Dreierquote von knapp 15 Prozent und fast 30 Ballverluste unterstrichen dabei, dass die Bulmker über weite Strecken nicht ihre beste Leistung abrufen konnten und sich das Leben immer wieder selbst schwer machten. Umso bemerkenswerter war die Reaktion der Mannschaft in der Schlussphase.
„Wir haben sicherlich noch einiges, woran wir arbeiten müssen, und wissen, dass wir deutlich besser spielen können. Aber wie die Mannschaft trotz des Rückstands zusammengeblieben ist und sich in dieses Spiel zurückgekämpft hat, war richtig stark. Wir haben jetzt zwei Spiele gewonnen, ohne bisher wirklich unseren besten Basketball gespielt zu haben. Das ist auf der einen Seite positiv, zeigt uns aber auch, dass noch viel Luft nach oben ist“, fasste Spielertrainer Stefan Szafranski die Partie zusammen.
Nach zwei Spieltagen steht die CSG damit bei zwei Siegen. Nach dem bereits hart erkämpften 64:56 zum Saisonauftakt gegen Kinderhaus bewies die Mannschaft auch in Herten, dass sie schwierige Spielsituationen drehen kann. Nun gilt es allerdings, die eigene Leistungsfähigkeit nicht erst in der Schlussphase, sondern über die gesamte Spielzeit aufs Feld zu bringen.
Bereits am kommenden Sonntag bietet sich dazu die Gelegenheit, wenn um 16 Uhr mit dem ATV Haltern ein schwieriger Gegner in der Wildenbruchhalle zu Gast ist.
Punkte (Freiwürfe):
Oguz 17 (4-9)
Müller 0
Krasniqi 6 (2-4)
Ince 3
Schlüter 3
Hill 5 (2-2)
Nienaber 27 (7-11)
Bogeljic 0
Ohlig 7 (2-4)
Poltermann 1 (1.2)
Dilbaz 1 (1-4)
