Herren 1: Bulmke muss Sieg teuer bezahlen

CSG Bulmke – SC Westfalia Kinderhaus 2 64:56 (10:17, 18:14, 16:16, 20:9)

Die 1. Herrenmannschaft der CSG Bulmke ist mit einem Sieg in die neue Landesliga-Saison gestartet. Gegen Kinderhaus 2 setzte sich die Mannschaft nach einem über weite Strecken engen und umkämpften Spiel mit 64:56 durch. Wirkliche Freude über die ersten beiden Punkte wollte nach Spielende allerdings nur bedingt aufkommen: Mit Niven Güngör verletzte sich der nächste wichtige Bulmker Spieler am Knie und droht länger auszufallen.

Dabei war die Personalsituation bereits vor dem ersten Spieltag alles andere als optimal. Nachdem sich bereits Johann Rockel und Stefan Szafranski Bänderverletzungen in den Testspielen zuzogen, musste die Mannschaft außerdem die krankheitsbedingten Ausfälle von Jan Schlüter und Daniel Vordonarakis verkraften, darüber hinaus fehlten Hendrik Ohlig und Sebastian Müller. Dafür stand Leon Poltermann aus der 2. Mannschaft zur Verfügung.

Gegen die Gäste aus Münster starteten die Bulmker mit Deniz Oguz, Levin Ince, Jan Schleicher und Dominic Nienaber. Darüber hinaus feierte Joris Hill aufgrund der Verspätung seines Teamkollegen sein Starting Five-Debüt. Leider erwischte die neu zusammengestellte erste Fünf aber keinen guten Start und die ersten Minuten verliefen alles andere als nach Wunsch. Kinderhaus agierte wacher und konsequenter, während Bulmke auf beiden Seiten des Feldes Probleme hatte. Nachdem ein erster 0-6 Rückstand zunächst aufgeholt werden konnte, blieb der Rhythmus aus, die CSG geriet wieder ins Hintertreffen und verlor das erste Viertel mit 10-17.

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts lief es zunächst nicht besser. Die Gäste setzten sich weiter ab und führten beim Stand von 13:26 erstmals mit 13 Punkten, als es zum unschönsten Moment des Spiels kam. Niven Güngör überstreckte sich beim Drive zum Korb das Knie und es war sofort klar, dass das Spiel für ihn gelaufen war. In der folgenden Auszeit rückte die Mannschaft zusammen, wie Coach Szafranski nach dem Spiel beschreibt: „Schlimmer kann eine Saison kaum starten. Wir hatten uns viel vorgenommen, verschlafen aber den Start komplett und dann verletzt sich auch noch ein weiterer wichtiger Spieler. Unsere einzige Chance war daher, zusammenzurücken und das Beste aus der Situation zu machen. Rückblickend haben wir das geschafft.“

So kamen die Bulmker im zweiten Viertel nach und nach besser ins Spiel und kämpften sich zurück in die Partie. Obwohl das Angriffsspiel weiterhin holprig blieb, verkürzten die Hausherren den Rückstand bis zur Pause auf 28:31.

Die Marschroute in der Halbzeit war klar: Den Schock über die Verletzung abschütteln und sich aufs eigene Spiel konzentrieren. Offensiv wollte man weiterhin geduldig bleiben und die sich bietenden Chancen nutzen, defensiv sollte zudem konsequenter verteidigt werden. Auch beim Rebounding sah der Trainer dringenden Handlungsbedarf.

Den guten Vorhaben zum Trotz startete das dritte Viertel aber ernüchternd. Kinderhaus startete mit einem 0-8 Lauf und die CSG sah sich wieder zweistellig im Hintertreffen (28-39). Doch wie bereits im Testspiel gegen Lüdenscheid ließ sich die Mannschaft davon nicht beirren und verkürzte Stück für Stück den Rückstand. Vor allem die zweite Fünf wurde nun wichtig. Die Spieler trafen ihre Würfe, fanden immer wieder den Weg zum Korb und stellten sich besser auf die unklare Linie der Schiedsrichter ein. In der 28. Minute war es dann Neuzugang Bünyamin Dilbaz,  der den Ausgleich markierte (44-44).

Kinderhaus legte aber noch einmal nach, führte zum Ende des dritten Viertels (44-47) und baute den Vorsprung zu Beginn des letzten Spielabschnitts aus (44-49). Doch erneut ließen sich die Bulmker nicht aus der Ruhe bringen. Deniz Oguz und Levin Ince agierten trotz Rückstand mit Ruhe und Übersicht auf den Guard-Positionen und Jan Schleicher unterstrich mit neun Punkten im letzten Viertel seinen Wert für die Mannschaft. Auch Elias Bogeljic, der aus Schalke zurück nach Bulmke kam, gab der Mannschaft in der 2. Halbzeit wichtige Minuten und war mit zwei wichtigen Dreiern an der Aufholjagd beteiligt.

Das mittlerweile hart umkämpfte und enge Spiel stand auf der Kippe. Bulmke glich mehrmals aus, verpasste es jedoch die Führung zu übernehmen. Erst in der 37. Minute, beim Stand von 55-56, behielt Levin Ince an der Freiwurflinie die Nerven und brachte die CSG in Führung. Es war der Wendepunkt der Partie. Während die Bulmker defensiv nun kaum noch etwas zuließen, gelang den Gästen in der Schlussphase kein weiterer Punkt. Obwohl die Hausherren noch fünf der letzten sieben Freiwürfe liegen ließen, endete das Spiel nach einem 11-0 Lauf beim Stand von 64-56 für die CSG.

Der sportliche Erfolg geriet anschließend jedoch schnell in den Hintergrund, da sich durch Nivens Verletzung das Verletzungspech fortsetzte und nun bei einem weiteren Leistungsträger ein längerer Ausfall droht. Wie schwer die Verletzung tatsächlich ist, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen.

Trotzdem überwog bei Coach Szafranski nach dem Spiel auch der Stolz auf die Reaktion seiner Mannschaft: „Natürlich tut uns Nivens Verletzung richtig weh und im Moment haben wir wirklich viel Pech. Aber wie die Jungs nach seinem Ausfall zusammengerückt sind und dieses Spiel trotz mehrerer Rückstände noch gedreht haben, sagt viel über die Mannschaft aus. Wir haben sicherlich noch einiges zu verbessern, aber diese Mentalität und diesen Zusammenhalt werden wir in dieser Saison noch brauchen.“

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Bulmkern nicht. Bereits am kommenden Samstag, den 26. September, steht das erste Auswärtsspiel der neuen Landesliga-Saison auf dem Programm. Um 18 Uhr ist die CSG in Herten zu Gast und will dort an die kämpferische Leistung aus dem Saisonauftakt anknüpfen.

Punkte (Freiwürfe):
Oguz 7 (0-2)
Krasniqi 0
Ince 8 (3-4)
Hill 0
Schleicher 18 (4-9)
Güngör 5
Nienaber 16 (4-7)
Bogeljic 6
Poltermann 1 (1-2)
Dilbaz 3 (1-4)

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